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Auch das gibt es noch: einen Typus elektronischer Musik, der zwar allgegenwärtig ist, sich aber bislang erfolgreich dagegen wehrte, in eine Schublade gesteckt zu werden. Das mag unter anderem auch daran liegen, dass es den Musiker*innen weniger um die Zugehörigkeit zu einer Szene oder das Abfeiern einer gemeinsamen musikalischen Tradition geht, sondern dass sie verhältnismäßig abstrakten Tätigkeiten nachgehen – etwa dem Strukturieren und Geradebiegen von Noise.

Das noch junge Projekt 3 RAR der in Wien lebenden Künstlerin Beatrix Curran eröffnet den Abend mit einem Konzert, dessen Spannung sich aus dem Kontrast zwischen Gesang und Distortion ergibt.

Der 22-jährige Sebastian Gainsborough aka Vessel ist Teil von Young Echo, einem in Bristol beheimateten Kollektiv. Lag der Fokus zu Beginn vorwiegend auf House, hat sich die Gruppe mittlerweile verschiedenen Richtungen geöffnet – davon zeugen die radikalen Grime/Dancehall-Entwürfe von Neek & Kahn genauso wie die auf Blackest Ever Black veröffentlichten Soundarchitekturen von Killing Sound, einem Trio, dem neben Jabu und El Kid auch Gainsborough angehört. Sein kürzlich erschienenes, zweites Soloalbum „Punish, Honey“ verortet er selbst zwischen britischem Folk, den Industrial-Experimenten von Coil sowie der Soundsystem-Kultur Bristols.

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Der derzeit in Berlin lebende Finne Mika Vainio aka Ø ist seit vielen Jahren einer der Stars im Bereich zwischen experimentellen Soundscapes und abstraktem Techno. Ursprünglich Teil der Formation Pan Sonic, veröffentlichte Vainio auf Labels wie Touch, Raster-Noton, Mego und natürlich Säkhö, welches er schon 1993 mit dem jetzigen Betreiber Tommi Grönlund gegründet hatte.Vainios Labelkollegen auf Raster-Noton, die ebenfalls in Bristol lebenden James Ginzburg und Paul Purgas, bilden zusammen Emptyset. Das Duo transferiert seine Wurzeln, die in der britischen Clubkultur liegen, an ungewöhnliche Orte wie aufgelassene Minen oder abgeschaltete Reaktoren und entwirft mit den dort wiederaufgenommenen Sounds in seinen audiovisuellen Performances beeindruckende Strukturen zwischen Broken Techno und Harsh Noise.

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Als „music for oscilloscopes“ könnte man die Arbeit von Jerobeam Fenderson bezeichnen. Sein Debüt erschien kürzlich auf dem Grazer Label Orida Music und wurde vom Wire Magazine ausführlich gewürdigt. Live entführt Jerobeam Fenderson sein Publikum auf eine seltsame Reise in seine Frequenzwelt, die schon mal aus analogen Mushrooms und Butterflies bestehen darf.

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Den Rahmen für den Abend bildet Forever Traxx aus dem Umfeld von Beastonleash und mit einer Mischung, die sich vermutlich zwischen Steeldrum-Pop und Soccawahnsinn auf 78rpm bewegen wird.Auch heuer kommt die Rauminstallation vom Kollektiv OchoReSotto.(Text: Chris Hessle/Skug)

 

 

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