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Elevate Festival-Thema: Human Nature

"Wir brauchen eine neue Politik, wir brauchen eine neue Wirtschaft, und wir brauchen eine neue Art zu denken."

Mit diesem einem Satz bringt eine junge Aktivistin die wohl größte menschliche Herausforderung für die nächsten Jahre auf den Punkt. Ein fundamentales Umdenken, wie es Greta Thunberg und Millionen junger Menschen weltweit fordern, birgt im Kern auch die zentrale Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch, Natur und technologischer Weiterentwicklung. Doch ist tatsächlich das Klima die größte Herausforderung der Menschheit? Oder ist es nicht vielmehr der Mensch selbst?

Diese und viele weitere Fragestellungen, Lösungsansätze und Handlungsoptionen werden mit mehr als 50 internationalen Gästen und natürlich dem Publikum am Festival diskutiert.

Das Diskursprogramm des Festivals spannt von der Eröffnung am Mittwoch, 04.03.2020 im Orpheum über vier Tage Diskurs im Forum Stadtpark einen breiten Bogen zum Thema Human Nature.
 

Elevate Festival 2020 – Human Nature

Seit tausenden Jahren versuchen Menschen die Natur zu beherrschen. Sie sei vollständig durchschaubar, erklärbar und damit auch gestaltbar, so das Credo der Aufklärung. Durch die Reduktion auf Zähl- und Messbares ist das Lebendige jedoch immer mehr aus dem Blick geraten. Die eskalierende Klimaerhitzung, die von Regierungen und Konzernen trotz jahrzehntelanger Warnungen durch die Wissenschaft weiterhin befeuert wird, macht immer größere Teile des Planeten auch für Menschen unbewohnbar. Ohne Paradigmenwechsel können wir diesen Herausforderungen nicht begegnen. Doch wie kann das gelingen? Technologische Innovation? Rückbesinnung auf indigene Lebensweisen und Bewusstseinserweiterung durch spirituelle Erfahrungen? „Eins werden“ mit der Natur durch psychedelische Substanzen? Oder liegt es in der „Natur des Menschen“, sich selbst und andere Spezies immer mal wieder zu dezimieren?

Das Anthropozän, das Zeitalter des Menschen, ist auch das Versuchslabor, in dem derselbe Mensch stets bemüht ist, sich selbst und seinen Lebensraum neu zu erfinden, zu gestalten - zu zerstören. Dass dabei manch einer auf die Idee kommt, der Menschheit einen Kontrollverlust zu attestieren, verwundert nicht angesichts der sich heute schon überschlagenden, gesellschaftspolitischen wie technologischen Entwicklungen: Intransparente Daten-Ausbeutung und Massen-Überwachung in Kombination mit autonomen Maschinen? Oder kann es gelingen ethische oder „gute“ Algorithmen zu implementieren? Pflege-Hilfs-Roboter statt Killer-Drohnen? Naturschutz-Algorithmen und CO2-absaugende Maschinen, um die Zivilisation zu retten? Lässt sich die eskalierende Klima- und Überlebenskrise mit innovativen Großtechnologien in den Griff bekommen? Etwa mit Geoengineering und Drohnen, die Pflanzen bestäuben? Zweifel sind angebracht und technokratische Lösungsansätze brauchen mehr kritischen Diskurs, denn viel Zeit bleibt nicht mehr. Die Wissenschaft warnt einhellig vor klimatischen Kipp-Effekten. Gelingt es der Menschheit genügend Überlebensräume zu erhalten, oder kommt es zum "Survival of the Richest", in dem sich die Reichen und Mächtigen bis auf die Zähne bewaffnet abzuschotten versuchen während der Rest der Menschheit die weitreichenden Folgen der Klimakrise zu bewältigen hat?

Eine Schlüsselrolle im anstehenden Transformationsprozess spielt menschliche Kreativität. Doch wie steht es um die Kreativität von Maschinen? Bereits jetzt gibt es neuronale Netzwerke die Kunst schaffen oder zumindest im Zusammenspiel mit KünstlerInnen eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Es ist wohl nur mehr eine Frage der Zeit bis zu einem KI-Mozart, denn Algorithmen komponieren auch schon Musik. Doch können Maschinen auch die emotionale Komponente von Musik generieren, oder gibt es unüberbrückbare Limitierungen? Kann die Kreativität von Maschinen auch in anderen Bereichen dem Menschen zur Seite stehen?

Das Elevate Festival 2020 stellt sich all diesen Fragen, diskutiert und lotet Positionen und Strategien für eine positive Veränderung aus. Von der Philosophie bis zur Biologie über die Physik bis zur Psychologie, von Künstlicher Intelligenz hin zu der spirituellen Sinnsuche, Mindfullness, Aktivismus und Kunst: Das Festival spannt einen breiten Bogen, der sich in vielfältigen inhaltlichen und künstlerischen Auseinandersetzungen zum Thema „Human Nature“ manifestiert.
 

Creative Europe Projekt „We Are Europe“
c/o pop aus Köln und Nuits Sonores / European Lab aus Lyon zu Gast in Graz

Auch 2020 bringt die europaweite Festival-Kooperation We Are Europe wieder große Festivals nach Graz zum Elevate: Co-Kurationen mit den Partnerfestivals c/o pop aus Köln und European Lab/Nuits Sonores aus Lyon bereichern das Programm und sorgen für zusätzliche internationale Aufmerksamkeit. Sowohl im Bereich der Musik und Kunst als auch im Diskurs wird gemeinsam an Inhalten gearbeitet und es werden spannende KünstlerInnen und Vortragende nach Graz eingeladen.


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