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Veronika Leiner (at)

Veronika Leiner ist unter anderem Mitorganisatorin dieser Veranstaltung im Juni 2006:

Zivilgesellschaft und ihre Medien.Forum zu Rolle und Perspektiven partizipativer Medien am 22/23. Juni 2006 in Salzburg

Zivilgesellschaftliches Engagement ist eine Grundlage funktionierender Demokratie und braucht Medien: Um sich Gehör zu verschaffen, um sich untereinander auszutauschen, um überhaupt erst Engagement anzuregen, Netzwerke zu bilden und notwendiges Handwerkszeug zu vermitteln. Partizipative Medien nehmen diese Aufgaben weltweit wahr. Freie Radios stellen in Österreich seit mittlerweile 8 Jahren den offenen Zugang zum Medium Radio her (seit einem halben Jahr gibt es den ersten freien Fernsehsender – Okto TV in Wien), vermitteln Medienkompetenz und bilden eine Basis für „citizen journalism“, die aktive Teilnahme möglichst vieler Menschen an der Medienproduktion. Sie erfüllen damit eine Public Service Funktion von wachsender Bedeutung, die eine medienpolitische und finanzielle Verankerung mehr als rechtfertigt. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es in Österreich keine strukturelle Unterstützung der freien Medien.

http://www.civilmedia.eu

 

Hier nun noch die

Charta der Freien Radios Österreichs

Die Grundsätze des Verbandes freier Radios Österreich

I. Grundsätze des Verbandes freier Radios Österreich

Freies Radios sind unabhängige, gemeinnützige, nicht-kommerzielle und nicht auf Profit ausgerichtete Organisationen, die einen allgemeinen und freien Zugang zu Sendeflächen für Rundfunkverstaltungen garantieren und bereitstellen,um die freie Meinungsäußerung zu fördern.

Als drittes Standbein in der Medienlandschaft neben öffentlicht-rechtlichen und kommmerziell privaten RundfunkveranstalterInnen erweitern Freie Radios die Meinungsvielfalt.

Offenheit / Public Access

Freie Radios geben allen Personen und Gruppen innerhalb des gesetzlichen Rahmens die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung und Informationsvermittlung. Vorrang haben dabei ethnische Minderheiten und solche Personen und Gruppen, die wegen ihrer gesellschaftlichen Marginalisierung oder sexistischen und rassistischen Diskriminierung in den Medien kaum oder nicht zu Wort kommen.

Partizipation

Freie Radios stellen Trainings-, Produktions- undVerteilungsmöglichkeiten zur Verfügung; sie ermutigen und fördern die lokale Szene und laden zur aktiven Beteiligung ihrer HörerInnen ein.

Gemeinnützigkeit / Nichtkommerzialität

Freie Radios sind kein Privateigentum eines/r einzelnen, sondern sind gemeinsam von ihren NutzerInnen getragene Organisationsformen, die vor allem dem Prinzip der Gemeinnützigkeit unterliegen.

Die Tätigkeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtet und verfolgt das Prinzip eines werbefreien Radios ohne kommerzielle Produktwerbung.

Um die Existenz und Unabhängigkeit gewährleisten zu können, braucht es eine Diversifizierung der Einnahmequellen. Die Finanzierung erfolgt unter anderen durch Eigenleistungen, Förderungen, Spenden oder auch Sponsoring.

Transparenz / Organisation

In Freien Radios sind die Organisation und die Auswahlkriterien für Sendeinhalte durchschaubar und nachprüfbar zu halten.

Die TrägerInnen freier Radios handhaben ihr Management, ihre Programmgestaltung und ihre Beschäftigungspraxis so, daß sie jede Form der Diskriminierung ausschließt; sie sind dabei gegenüber allen UnterstützerInnen, dem Personal und den freiwilligen MitarbeiterInnen offen und verantwortlich. Sie fördern die Mitwirkung von Frauen in allen Bereichen.

Lokalbezug

Freie Radios verstehen sich als Kommunikationsmittel im lokalen und regionalen Raum und unterstützen die regionale Entwicklung damit fungieren freie Radio's unter anderem auch als fördernde Plattformen für regionalbezogene Kunst- und Kulturschaffende in denen es für KünstlerInnen Auftritts- und Verbreitungsmöglichkeiten gibt. Es soll auch eine Auseinandersetzung mit überregionalen Themen stattfinden. Freie Radios arbeiten aktiv zusammen, z.B. durch Programmaustausch.

Unabhängigkeit

Freie Radios sind im Besitz, in der Organisationsform, in der Herausgabe und in der Programmgestaltung unabhängig von staatlichen, kommerziellen und religiösen Institutionen und politischen Parteien.

Anspruch

Freie Radios fördern eine selbstbestimmte, solidarische und emanzipatorische Gesellschaft.

Sie treten für freie Meinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde und Demokratie ein.


II. Forderungen des Verbandes Freier Radios Österreich

Triales Rundfunksystem

Dreiteilung der vorhandenen Frequenzen auf die drei Standbeine öffentlich-rechtlicher, kommerzieller und gemeinnütziger freier Rundfunkveranstalter (triales Rundfunksystem)

Förderung

Da Freie Radios öffentliche Aufgaben erfüllen, haben sie einen Rechtsanspruch auf öffentliche Förderung. Bezüglich der urheberrechtlichen Abgaben genießen Freie Radios einen Sonderstatus, der ihrem gemeinnützigen Charakter entspricht.

Journalistische Gleichberechtigung

MitarbeiterInnen Freier Radios sind frei in ihrer Recherche und sind JournalistInnen anderer Medien gleichgestellt.

Mitbestimmung und Stellungnahme

Bei Erarbeitung von Gesetzten, Gesetzesänderungen und internationalen Verträgen, die das Medien- und Fernmeldewesen betreffen, haben die VertreterInnen der Freien Radios das Recht auf Mitbestimmung und Stellungnahme.

Errichtung von Medien-Institut und Medienausschuß

Der Verband fordert die Errichtung eines Bundesmedieninstitutes als ExpertInnengremium und die Einrichtung eines parlamentarischen Medienausschusses.

8. Februar 1998, Graz, die Generalversammlung des Verbandes.

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