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Musikprogramm 2020: Erste bestätigte Acts

Die ersten bestätigten Acts bilden ein globales Spektrum zeitgenössischer elektronischer Musik ab, das sich von Legenden zu NewcomerInnen erstreckt und die politische Dimension der Clubmusik in den Fokus rückt.

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Das Clubprogramm startet am Freitag im Orpheum mit zwei internationalen Musikpionieren. Beide sind als Radiomacher aktiv, beide sind gefeierte DJs. Mit der Radioshow „World Wide“ hat es Gilles Peterson, einer der diesjährigen Headliner des Festivals, unter LiebhaberInnen von Acid-Jazz, Funk, Soul, World Music und Fusion zum Kult geschafft. Seine unersättliche Neugierde und die Lust am Entdecken über alle geografischen Grenzen hinaus haben ihm den Ruf einer DJ-Stilikone eingebracht. Seit mittlerweile drei Dekaden begeistert er mit seinem unvergleichlichen funky Sound, der Nummern aus aller Welt zusammenführt.

Ebenso obsessiver Sammler ist Sir David Rodigan, der das größte Archiv weltweit für Reggae-Dubplates besitzt. Rodigan tritt zuerst als Radiomacher in Erscheinung, bevor er als DJ und MC den Globus bereist. Seit vierzig Jahren brennt er für den Sound Jamaikas, ist süchtig nach Reggae und bringt seine Begeisterung und Leidenschaft mit auf die Bühne. Seine Sets durchlaufen die Geschichte dieses Genres und sind gleichzeitig eine Reise durch das Dub-beeinflusste Klanguniversum. Dabei spannt Rodigan den Bogen zu Dubstep und Jungle und macht deutlich, dass es sich bei Reggae um ein transnationales Phänomen handelt.

Ebenso über alle nationalen Grenzen hinweg funktioniert der südafrikanische Gqom Sound, der als Bewegung in den 2010ern in Durban, einem Township in Südafrika, startete. DJ Lag, selbsternannter Gqom King und frisch nominierter Grammy-Anwärter, war von Anfang an mit dabei. Gqom wird als Antwort auf das Chicagoer Footwork-Genre gehandelt. Rohe, polyrhythmische Beats tragen die Tracks. Die schnellen, hypnotisierenden Snares und schweren Bässe kommen aus billigen Drummachines und werden mit knappen Vocal-Snippets kombiniert, die die Menge anfeuern. DJ Lag versteht sich als Botschafter dieses energetischen Genres und trägt den Sound auf die Festivalbühnen der ganzen Welt.

Die kanadische Sängerin und Musikerin Jessy Lanza ist bekannt für ihren futuristischen, luftigen Sound, der zwischen minimalistischem Synth-Pop und verspieltem Avant-R’n’B oszilliert. Ihre zuckersüße, teils mit Autotune und viel Delay abstrahierte Stimme klingt so seidig, dass der Guardian sie als „the latest and possibly greatest of the new ethereal soul girls“ gepriesen hat. Ihre Kollaboration mit Footwork-Produzenten wie DJ Spinn und ihre Releases auf Hyperdub unterstreichen die Genre-übergreifende Qualität ihrer Nummern.

Für Tanzbares im Tunnel sorgt am Freitag der französische DJ und Produzent Bambounou. Von Sci-Fi-Narrativen inspiriert schafft er einen einzigartigen Mix unterschiedlicher Bassmusik-Genres, lässt Footwork, Trap und Techno ineinanderfließen und spielt gleichzeitig mit flüchtigen Atmosphären. Sein Minimal-Sound ist zeitlos, außerplanetarisch und hypnotisch. Auch die Sets von DJ und Produzent Daniel Avery haben den unwirklichen Touch von Science Fiction. Spätestens mit seiner Residency im legendären Club Fabric und nach seinen von den Kritikern umjubelten Releases gilt Avery als Shootingstar der Londoner Clubszene. Seine sphärischen, kosmisch angehauchten Minimaltechno-Sets sind futuristisch bis transzendental und so perfekt abgestimmt, dass sie uns in einen schwerelosen Raum manövrieren.

Ebenfalls aus London stammt Sherelle, die spätestens seit ihrem legendären Boilerroom-Set als eine der virtuosesten DJs der Leftfield-Bass-Genres gehandelt wird. Sherelle ist verliebt in Geschwindigkeiten. Ihre Sets gleichen einer euphorisierenden Tour-de-Force, in der rasend schnelle Tracks jenseits der 160 bpm aufeinandertreffen. Sherelle zieht Verbindungen von Juke, Footwork und Happy Hardcore zu Jungle. Die charismatische DJ geht dabei auf der Bühne mindestens genauso ab wie die Crowd am Dancefloor. Witzig, schrill und ziemlich nerdig ist Ceephax Acid Crew. Hinter dem Synonym verbirgt sich Andy Jenkinson, Bruder von Squarepusher und Meister des zeitgenössischen Acid. Bekannt für seine Liebe zu analogen Vintage-Geräten, schraubt der sympathische Musiker, der auf den stilprägenden Labels Rephlex und Planet Mu releast, auch live wie wahnsinnig an seinen Maschinen. Melodische Parts treffen mitunter auf Drum’n’Bass oder neuerdings auch Hardtechno-Rhythmriffs.

Ouri ist Produzentin, DJ und Musikerin. Ursprünglich aus Frankreich, ist sie derzeit in Montreal stationiert und bringt ihre experimentellen Pop-Releases auf Labels wie Ghostly International heraus. Als geübte Klavierspielerin, Harfinistin und Cellistin liegt ihr Fokus auf dem atmosphärischen Ineinanderweben von Melodie und Bass. Dabei fusioniert sie R’n’B-Vocals, sanfte Synth-Sounds, Trip-Hop und Post-Dubstep-Beats zu aufregend freshen Tracks.

Creative-Europe Projekt „Re-Imagine Europe“: Neue Kooperationen in Graz

Eine der zentralen Kooperationen findet dieses Jahr mit dem IEM, dem Institut für elektronische Musik in Graz, und der renommierten Pariser Einrichtung INA GRM statt. Das GRM, die Groupe de Recherches Musicales, wurde 1958 von Pierre Schaeffer, dem Begründer der Musique Concréte, als Forschungseinrichtung ins Leben gerufen. Hier konnte man das erste Mal mit elektro-akustischen Klängen und Tonbandaufzeichnungen experimentieren. Der Komponist François Bayle, Mitglied des GRM, schuf in den 1970ern das Acousmonium, ein Lautsprecherorchester, das bis zu 80 Lautsprecher umfasst. Jeder einzelne davon lässt sich extra ansteuern. In eigens dafür entwickelten Kompositionen war es nun möglich, den Klang genau zu modellieren und im Raum zu verteilen, zu diffundieren. Ebendieses von Bayle konstruierte, legendäre Acousmonium wird extra für ein Special-Event im György-Ligeti-Saal des Grazer Mumuth aufgebaut. Kuratiert von François Bonnet, Leiter des INA GRM, werden an zwei Tagen akusmatische Kompositionen und Live-Konzerte von den Größen der elektronischen und elektro-akustischen Szene, wie Jan Jelinek, Lucy Railton und KTL – dem Super-Duo rund um Sunn O))) Gitarristen Stephen O’Malley und Editions-Mego-Labelchef Peter Rehberg –, zu hören sein.

Creative Europe Projekt „We Are Europe“
c/o pop aus Köln und Nuits Sonores / European Lab aus Lyon zu Gast in Graz

Auch 2020 bringt die europaweite Festival-Kooperation We Are Europe wieder große Festivals nach Graz zum Elevate: Co-Kurationen mit den Partnerfestivals aus Köln und Lyon bereichern das Programm und sorgen für zusätzliche internationale Aufmerksamkeit. Sowohl im Bereich der Musik und Kunst als auch im Diskurs wird gemeinsam an Inhalten gearbeitet und es werden spannende KünstlerInnen und Vortragende nach Graz eingeladen.


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