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Arts Guide

"Vital Signs in Public Space"

Von neo-surrealistischer Malerei zu hyperrealem Graphic Design, von Post-Internet-Tableaux zu neo-romantischer Fotografie: “Vital Signs” ist eine Gruppen-Ausstellung im Stadtraum Graz, die insgesamt zehn Positionen zeitgenössischen Kunstschaffens auf Cultureboards, Leerständen und Lichtmasten der Öffentlichkeit präsentiert. Die Künstler:innen übersetzen persönliches Erleben, sub- und popkulturelle Codes und politische Haltung in eindringliche Arbeiten, die auf das Festivalthema Bezug nehmen. Die Ausstellung bewegt sich dabei bewusst zwischen den Disziplinen und offenbart den fragilen, emotional herausfordernden Zustand unserer Gegenwart.   
 

Kristýna Kulíkovás collagenhafte Bildsprache ist von Heavy-Metal Typographie und Manga-inspiriert. Die in Prag lebenden Künstlerin sammelt visuelle Fragmente aus Popkultur, Mode, und Musik und setzt diese zu neuen, imaginativen Kompositionen zusammen. Ihre Arbeiten gleichen digitalen Bühnenbilder, visuell aktivierte Stimmungsräume, die affektiv wirken und nicht primär analytisch gelesen werden wollen.

In Budapest stationiert, bewegt sich Gergo Kovács seit Jahren zwischen freier und angewandter Kunst und ist stark von Post-Internet- und New-Aesthetic-Diskursen geprägt. Seine Arbeiten greifen subkulturelle Bildwelten, Retro-Ästhetiken wie Y2K sowie internetbasierte Phänomene auf und überführen sie in einen eigenständigen, oft spekulativen Gestaltungsansatz.

Eine vergleichbar traumhafte, postdigitale Bildsprache findet sich bei Florian Pfaffenberger. Der in Wien lebende Künstler verbindet neo-surreale Malerei und Post-Internet-Art zu detailliert-verspielten Szenerien, die sich zwischen Traumsequenz und Alltagsbeobachtung abspielen. 
 


Surreal inspiriert sind auch die Gemälde von Omar El Sadek. In introspektiven Selbst- und Fremdporträts hält der in Prag stationierte ägyptische multidisziplinäre Künstler und Musikproduzent emotionale Zustände fest. Die Farbpalette ist dabei kontrastreich und dramatisch-expressiv. Ein sensibles Statement zur Gegenwart und zur Fragilität unseres Daseins. 

Mit der Malerin Evelyn Plaschg tritt eine Position hinzu, die die Befindlichkeiten einer Generation besonders eindringlich sichtbar macht. Bekannt geworden durch intime, körpernahe Darstellungen, hat Plaschg in jüngerer Zeit einen deutlichen Wandel zur Abstraktion vollzogen: In klassischer Ölmalerei entsteht eine Welt im Auflösungsprozess – zwischen Schönheit und Bedrohung.

Derzeit in Wien stationiert ist der in Deutschland geborene Fotograf Neven Allgeier richtet seinen Blick auf die Lebensgefühle der Generation Z. Seine Fotografien kombinieren sensible Porträts junger Menschen mit Landschaften und urbanen Räumen. Müdigkeit, Verletzlichkeit und leiser Trotz liegen dicht beieinander. Allgeiers Bilder sind zärtlich und zugleich präzise – sie oszillieren zwischen Nostalgie und Dystopie, ohne jemals zu bloßzustellen.
 

Philippe Gerlach arbeitet stärker aus dem persönlichen Umfeld heraus. Die Fotografie des in Berlin lebenden Künstlers gleicht einem visuellen Tagebuch, das Freundschaften, Liebesbeziehungen und subkulturelle Szenen festhält. Unmittelbarkeit ist ihm wichtiger als formale Perfektion. Gerlachs Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Dokumentation und Kunst und vermitteln eine kompromisslos ehrliche Nähe.

Auch die in Wien beheimatete Fotografin Anna Breit richtet ihren Blick ebenfalls gerne auf Personen aus ihrem nahen Umfeld. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch ein hohes Maß an Vertrauen und Empathie aus, so porträtiert sie z.B. junge Menschen in ihren privaten Räumen.. Breit reflektiert bewusst Machtverhältnisse des Blicks. Ihre analoge Arbeitsweise steht für eine Sehnsucht nach Authentizität im digitalen Zeitalter.
 

Einen explizit politisch-ökologischen Akzent setzt der international renommierte Künstler Oliver Ressler. Seine Arbeit „Property Will Cost Us the Earth“ wird an der Glasfassade des Forum Stadtpark angebracht und thematisiert die zerstörerischen Auswirkungen von Eigentums- und Verwertungslogiken auf ökologische Systeme. 

Abgerundet wird die Ausstellung durch eine Textintervention auf der BIX-Medienfassade – Kunsthaus Graz der in Graz lebenden Autorin Nava Ebrahimi. Mit einem reduzierten literarischen Beitrag verdichtet sie politische und sprachliche Fragestellungen und öffnet den lokalen Kontext der Ausstellung für globale Perspektiven.
 


"Elevations"

Maxime Denuc (FR) & Kris Verdonck (BE)

Der französische, in Brüssel stationierte Komponist und Musiker Maxime Denuc präsentiert mit "Elevations” eine gemeinsam mit dem Künstler Kris Verdonck entwickelte Installation, ein computergesteuertes Orgelinstrument aus individuell steuerbaren Pfeifen. “Elevations” webt ein immersives Klangfeld, in dem akustische und elektronische Elemente ununterscheidbar werden. Inspiriert vom Dub-Techno der 1990er-Jahre und von Hauntology, agieren Licht, Bewegung und Maschinen autonom und evozieren die Atmosphäre einer nachhallenden Afterparty. 

“Elevations” wird in Kooperation mit dem KIÖR – Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark realisiert und ist an allen Festivaltagen frei zugänglich!

Elevations (in Zusammenarbeit mit Kris Verdonck)
 Konzept & Komposition: Maxime Denuc
 Szenografie & Dramaturgie: Kris Verdonck
 Orgelbau: Tony Decap, Seppe Verbist – Pfeifen von Manufacture d’orgues Thomas
 Computerprogrammierung: Xavier Meeus, Centre Henri Pousseur
 Licht: Daniel Romero Calderon
 Dank an: Harry Charlier, Yves Rechsteiner, Andre Thomas, Kristof Van Baarle
 

"Music for Elevators"

Maxime Denuc (FR)

Die Reihe “Music for Elevators” ist mittlerweile als fixer Programmteil des Festivals etabliert. Jedes Jahr wird die Klanginstallation eine:r Künstler::in im Schlossberglift premiert. Die Fahrt in diesem liminalen Raum wird zu einem assoziativen Erlebnis, das, wenn auch nur kurz, die Imagination anregt. In der Vergangenheit waren es die Kompositionen namhafter Musiker:innen wie Suzanne Ciani, Brian Eno, Caterina Barbieri, oder Dorian Concept, die das ganze Jahr den im gläsernen Aufzug ertönten und die Gäste inspirierten. 

Am Freitag des Festivals wird 2026 die Auftragsarbeit für den Schlossberglift eröffnet. Diesmal stammt die Liftinstallation von Maxime Denuc.
 


Anna Breit (AT) | Evelyn Plaschg (AT) | Florian Pfaffenberger (AT) | Gergo Kovacs (HU) | Kristýna Kulíková (CZ) | Maxime Denuc (FR) | Nava Ebrahimi (AT) | Neven Allgeier (AT/DE) | Oliver Ressler (AT) | Omar El Sadek (CZ) | Philippe Gerlach (DE) | Zweintopf (AT)