Radio Amnion: Ozeanisches Hören als transzendentale Techno(Öko)logie
Workshop and Listening Session
Donnerstag, 05 März 2026
Workshop and Listening Session with Jol Thoms and Denise Helene Sumi
In diesem Workshop laden wir dazu ein, das Projekt und Klangritual Radio Amnion kennenzulernen. In einer kollektiven Listening Session erkunden wir ozeanische Kompositionen von Anne Bourne, Jose Rivera, Margarida Mendes, Antonina Nowacka und anderen. Radio Amnion, initiiert von Jol Thomps, ist ein mehrjähriges Klangkunstprojekt für die Wassermassen der Erde. Die Radiostation sendet mittels eines versenkten Neutrino-Teleskop, bei jedem Vollmond Klangkompositionen von zeitgenössischen Künstler:innen in mehr als 2,5 km Tiefe des Pazifischen Ozeans, weit entfernt von der menschlichen Wahrnehmung. Während jedes Vollmonds resonieren die abgründigen Gewässer des Cascadia-Beckens mit den tiefen Frequenzen und Stimmen eingeladener Künstler und Künstlerinnen.
Radio Amnion versteht sich als Teil der lebendigen hydrologischen Kreisläufe der Erde und hinterfragt die Trennungen zwischen wissenschaftlichen und künstlerischen Wissensformen. Welchen Wert hat oder bedeutet Wissen jenseits des Messbaren und Quantifizierbaren, und kann Klang intime Beziehungen zu Bakterien und energetischen kosmischen Lebenskräften schaffen? Was kann Klang noch alles tun?
Wir erkunden, wie relationale Technologien und ozeanisches Zuhören uns dafür sensibilisieren können, den Planeten als untrennbar und vital zu verstehen: Wie verschiedene Wissensformen und „Signale“ (wissenschaftliche, künstlerische, menschliche, nicht-menschliche und mehr-als-menschliche) einen multiperspektivischen und multisensorischen Zugang zu den Realitäten einer Lebenswelt vieler Intelligenzen und Wesen ermöglichen, oder wie sie auch Grenzen offenbaren und testen können.
Indem wir unser Verständnis dafür vertiefen, wie technologische, ökologische und planetare Prozesse sich gegenseitig überschreiten, lernen wir mehr über Konzepte wie „difference without seperability", das „Pluriversale" und das „Web of Life" kennen: Hier sind Beziehungen ein politischer Faktor: Die Beziehungen, die wir eingehen, und wie wir sie gestalten, haben direkte ethische und ökologische Konsequenzen für unsere vernetzte Welt (die aus vielen Welten besteht).
Der Workshop benötigt keine Vorkenntnisse und richtet sich an alle Interessierte. Studierende und Klangkünstler:innen, die mit ähnlichen Formaten arbeiten, ermutigen wir vorab Werke, Audio-Essays, Field Recordings oder Klangkompositionen zu teilen, die ihr Interesse an der lebendigen Materie und Aktivitäten der Erde und darüber hinaus widerspiegeln. Der Workshop wird in Englischer Sprache durchgeführt, mit der Option auf Flüsterübersetzung ins Deutsche.
Das Format wird in Kollaboration mit dem Weibel Institut für digital Kulturen (Universität für Angewandte Kunst , Wien) realisiert.
Mehr Infos zur Anmeldung folgen in Kürze.