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ELEVATE 2027: ERSTE BESTÄTIGTE ACTS

Von 4. bis 7. März 2027 verbindet das Elevate Festival in Graz erneut zeitgenössische Musik, Kunst und gesellschaftspolitischen Diskurs. Erste Einblicke ins Musikprogramm geben unter anderem ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U, Nubya Garcia, Uche Yara, Mad Professor und Djrum.

In seiner 23. Ausgabe bringt Elevate internationale Größen, eigenständige Newcomer:innen und experimentelle Positionen nach Graz. Vier Tage lang treffen Konzerte, DJ-Sets und Performances auf künstlerische Arbeiten und ein Diskursprogramm, das sich den drängenden Fragen unserer Gegenwart widmet.

Unter dem Leitmotiv „Raw Power“ beschäftigt sich das Festival 2027 mit den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Macht, ihrer Konzentration, Ausübung und Legitimation. Dabei geht es auch um die Frage, wie Empowerment und Empathie Spielräume eröffnen, um von der Ohnmacht in die Handlungsfähigkeit zu kommen.

Elevate Music

Auch 2027 präsentiert Elevate wieder ein facettenreiches Musikprogramm, das aktuelle Entwicklungen und zeitgenössische Strömungen in der internationalen Musikszene highlightet. Es werden Verbindungslinien zwischen Pop und Underground, Clubkultur und Avantgarde gezogen und neue Perspektiven auf die musikalische Gegenwart und ihre vielfältigen künstlerischen Ausdrucksformen gewonnen.

 


¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U: Ungezügelte Energie am Dancefloor

Mit ¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U kommt einer der derzeit international gefragtesten DJs als Festivalheadliner nach Graz. Der in Tokio lebende Künstler verbindet Pop, Noise, Techno und Trance mit Musik weit jenseits des Clubs. Seine Sets wechseln unvermittelt die Richtung, ohne ihren Spannungsbogen zu verlieren: Unwahrscheinliche Übergänge werden zu schlüssigen Verbindungen, musikalische Gegensätze setzen neue Energien frei.

Was spontan und ungezügelt erscheint, beruht auf technischer Präzision, einem ausgeprägten Gespür für Timing und voller Hingabe hinter den Decks. So führt Yousuke musikalische Abenteuerlust und unmittelbare körperliche Wirkung zusammen.


Nubya Garcia, Uche Yara und ARK: Eigenständige Stimmen zwischen Jazz und Pop

Die Londoner Tenorsaxophonistin, Komponistin und Bandleaderin Nubya Garcia wird am Abschluss-Abends des Festivals zu erleben sein. Garcia zählt zu den prägenden Stimmen des zeitgenössischen britischen Jazz. Ihr für den Mercury Prize nominiertes Debütalbum „Source“ machte sie einem breiten internationalen Publikum bekannt. In ihrer Musik verbinden sich Jazz, karibische und afrofuturistische Einflüsse, tiefe Dub-Bässe und synkopierte Rhythmen. Ihr ausdrucksstarkes Saxophonspiel hält diese Einflüsse zusammen und schafft Raum für intime Passagen ebenso wie für treibenden Groove.

 

 

Auch Uche Yara bewegt sich selbstverständlich zwischen musikalischen Welten. Die in Österreich geborene und aufgewachsene, heute in Berlin lebende Sängerin, Multiinstrumentalistin und Produzentin mit nigerianischen Wurzeln verbindet Avant-Pop, R&B, Rock und Clubmusik zu einer eigenständigen Mischung voller Soul, Funk und Groove. Neben ihrer Solokarriere steht sie seit kurzem auch als Live-Gitarristin mit Bilderbuch auf der Bühne; zuletzt widmete ihr das britische Musikmagazin NME eine Ausgabe seiner Feature-Reihe „The Cover“. Nachdem sie im Vorjahr bereits auf einer kleineren Festivalbühne begeisterte, kehrt sie 2027 als Headlinerin der Elevate-Eröffnung im Dom im Berg zurück.

In ARK kommen die in Österreich geborene, und mittlerweile in London stationierte Harfenistin Miriam Adefris, und die in Wien beheimateten Musiker:innen – Klarinettistin Mona Matbou Riahi und der Bassist Lukas Kranzelbinder – zusammen. Zwischen improvisierter Musik, Jazz und elektronisch erweiterten Klängen entwickelt das Trio atmosphärische Nummern. Hierfür werden feine Texturen gesponnen, die sich teils zu dichten Passagen entwickeln, teils ganz minimal gehalten werden, um die Klangfarben von Harfe, Klarinette und Bass in den Vordergrund zu rücken.  


Mad Professor und Mia Koden: Dub-Geschichte trifft auf neue Bassmusik

Mit Mad Professor kommt eine lebende Legende des Dub nach Graz. Der in Guyana geborene Produzent Neil Fraser hat mit seinem Label Ariwa Roots Reggae, Lovers Rock und Dub entscheidend mitgeprägt. Stark beeinflusst von seiner Zusammenarbeit mit Lee „Scratch“ Perry und King Tubby entwickelte er eine eigene, zunehmend elektronische Klangsprache. Mit „No Protection“, seiner wegweisenden Dub-Neubearbeitung von Massive Attacks „Protection“, schlug er eine bis heute einflussreiche Brücke zwischen jamaikanischer Soundsystem-Kultur und britischem Trip-Hop. Mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Veröffentlichung steht das Album auch im Mittelpunkt seiner jüngsten Jubiläumskonzerte. Tief wabernde Bässe, Echos und Delays machen seine Musik zu einem ebenso räumlichen wie körperlichen Erlebnis.

Eine jüngere Perspektive auf die britische Soundsystem-Kultur bringt Mia Koden ein. Die in Ghana und Nigeria aufgewachsene, heute in London lebende Produzentin und DJ Sancha Ndeko verbindet druckvolle 140-BPM-Rhythmen mit 2-Step und Steppas Dub, geprägt von Roots Reggae, Drum & Bass und Dubstep. Markante Sub-Bässe und ein bezwingender Groove bestimmen ihre Sets und Produktionen, die unter anderem auf Ilian Tape erschienen sind.



Djrum, Dorian Concept und Holden & Zimpel: Virtuosität und offene Formen

Bei Djrum wird der Plattenspieler selbst zum Instrument. Der britische DJ, Produzent und Turntablist Felix Manuel verbindet Jungle, Dubstep und Techno mit Ambient und Jazz zu vielschichtigen musikalischen Erzählungen. Sein aktueller, von Pitchfork mit „Best New Music“ ausgezeichneter Beitrag zur renommierten DJ-Kicks-Reihe zeigt die ganze Spannweite dieses Zugangs: Auf Vinyl eingespielt und anschließend weiterbearbeitet, führt der Mix atmosphärische Klangräume, komplexe Breakbeats und überraschende stilistische Wendungen zusammen. Auch hinter den Decks verbindet Djrum technische Virtuosität mit einem intuitiven Gespür für musikalische Dramaturgie.

Der Wiener Musiker und Produzent Dorian Concept bewegt sich frei zwischen experimenteller Elektronik, Jazz und Clubmusik. Veröffentlichungen auf Ninja Tune und Brainfeeder, seine Zusammenarbeit mit Flying Lotus und das jüngst gemeinsam mit Bibio produzierte, auf Warp erschienene Album „Answers“ haben ihm internationale Anerkennung eingebracht. Seine Improvisation „Hide“ erreichte darüber hinaus als viraler Soundtrack des „Dark Fantasy“-Trends auf TikTok ein neues Publikum. Komplexe Klangfarben, eigenwillige Melodien und ein spielerischer Umgang mit elektronischen Instrumenten prägen seine Musik. Bei Elevate präsentiert er sein neues Live-Set mit reduziertem Setup, das erst in der Woche zuvor in London Premiere feiern wird.

Die Lust an Improvisation und musikalischen Trancezuständen verbindet Holden & Zimpel. Der britische Elektronikmusiker James Holden und der polnische Klarinettist Wacław Zimpel lassen pulsierende Loops und fließende Klarinettensounds ineinandergreifen. Live entsteht ein offener Dialog, in dem sich wiederkehrende Motive verdichten, verschieben und neue Räume eröffnen – zwischen konzentrierter Versenkung und spontaner Ekstase.


Dis Fig und Violent Magic Orchestra: Zwischen Verletzlichkeit und voller Wucht


Nach Kollaborationen mit The Bug und The Body rückt Dis Fig wieder ihr Solo-Projekt in den Mittelpunkt. Auf ihrem kürzlich erschienenen und lang erwarteten zweiten Album „What To Make Of These Mortal Hands“ führt die US-amerikanische, in Berlin lebende Produzentin und Sängerin Felicia Chen Noise, Industrial und experimentelle Elektronik zusammen. Geprägt von New Yorks DIY- und Clubszene, sind Chens Sounds konfrontativ und kathartisch. Chens Stimme verfügt dabei über eine unwahrscheinliche Bandbreite. Teils lehnt sie sich gegen die abgründigen Noise-Scapes auf, teils behauptet sie sich in verletztlichen Spoken Word-Passagen. Gerade dieses Spannungsverhältnis verleiht ihrem Sound eine besondere Intensität.

Die japanische Formation Violent Magic Orchestra, kurz VMO, lässt Black Metal, Techno, Industrial und Gabber aufeinanderprallen. Verzerrte Elektronik, Gitarren und extremer Gesang treffen auf grelle Stroboskope, dichten Nebel und Visuals. Ihre Auftritte verdichten sich zu einem immersiven Erlebnis zwischen Rave, Konzert und Performancekunst.

 


Erste angekündigte Künstler:innen:

¥ØU$UK€ ¥UK1MAT$U JP
Ark AT/IR/UK
Dis Fig DE/US
Djrum UK
Dorian Concept AT
Holden & Zimpel UK/PL
Mad Professor UK
Mia Koden UK
Nubya Garcia UK
Uche Yara AT
Violent Magic Orchestra JP

+ many more tba

Weitere Programmpunkte werden in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

 


Elevate Discourse 2027: „Raw Power“

Zwischen Übermacht und Selbstermächtigung

Macht prägt politische Entscheidungen, gesellschaftliche Verhältnisse und unseren Alltag. Sie konzentriert sich, wird ausgeübt, legitimiert und infrage gestellt. Unter dem Leitmotiv „Raw Power“ untersucht Elevate ihre unterschiedlichen Erscheinungsformen und die Spielräume, die sich im Umgang mit ihnen eröffnen.

Wie lässt sich angesichts übermächtig erscheinender Strukturen Handlungsfähigkeit gewinnen? Welche Rolle spielen Empathie, Solidarität und Selbstermächtigung? Das Diskursprogramm bringt dazu Perspektiven aus Wissenschaft, Kunst, Aktivismus und gesellschaftlicher Praxis zusammen.

 


Tickets

Festivalpässe und Weekendpässe sind noch in unserem Ticketshop erhältlich, Day Tickets sind bald verfügbar.